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Himmlisches Treffen Die Sonne schien wunderbar warm und sanft auf meine Haut. Ich tanzte durch die bunte Wiese, nicht weit
von unserem Haus entfernt. Das tat ich oft, denn nirgendwo fühlte ich mich freier. Ich ließ mich ins weiche
Gras fallen und schaute den Wolken hinterher. Eine Menge Gestalten versammelten sich heute mal wieder
am Himmelstor. Ein gutmütiger Drache winkte mir zu und ich winkte lächelnd zurück. Ich seufzte. Endlich
war wieder Sommer und ich konnte stundenlang auf der Wiese liegen. Ein Schatten ließ michzusammen
zucken. Ich blinzelte und entdeckte ein Jungengesicht mit fragenden, zugleich sehr traurigen Augen. Ich
sah ihn eine Weile an, bis er sich schließlich setzte. Ich hatte noch nie solch blaue Augen gesehen und
konnte meinen Blick nicht von ihnen lassen. Er kippte nach hinten und schaute zum Himmel. Er kaute an
einem Grashalm und starrte Löcher in die Luft. Ich drehte mich zu ihm und überlegte wie ich ihn
ansprechen sollte. Als ob er meine Gedanken gelesen hätte, schenkte er mir nun wieder einen Tiefseegang
in seinen Augen. Ich berührte seinen nackten Arm und strich hauchzart darüber. Es war, als müßten wir noch
unseren Körper entdecken, unsere Seelen hatten wir schon in des anderen Augen gefunden. Er lächelte und
streichelte meine Wange. Wie der Sommerwind spielte er in meinen Haaren und so saßen wir, schweigend,
einige Momente da. Glücklich lächelnd, versunken in einem fremden und doch bekannten Du. Bis sich dann
endlich unsere Lippen trafen und wir, in Süße gefangen, alles vergaßen. Schmerz, Sehnsucht, alle
menschlichen Schwächen und Bedürfnisse. Alles wurde mit diesem wunderbar süßen Kuß gestillt. Dann
passierte das Ungewöhnlichste für diese Region. Der Himmel verdunkelte sich und der Himmel begann zu
weinen. Seine Tränen trafen unsere Haut, unser Haar, unser Fleisch und Blut. Jedoch, das konnte
unmöglich Trauer sein! Er weinte vor Glück und segnete unsere Liebe. Wir schlossen einander enger in die
Arme und tanzten über die Wiese... und dann erwachte ich aus meinem Tagtraum und traf Dich. © 2001 by Harnack, Daniela |
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