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Schuhe Bekleidung war noch nie rein funktional, wenn man mal von billigster Unterwäsche absieht. Aus der Geschichte sind viele Beispiele bekannt. An dem was jemand trug, konnte man den Beruf oder die Herkunft erkennen. Wenn heute jemand mit einem Laptop und in einer Lederhose auftaucht, ist das ein bayerischer Spezi. Eine Lederhose mag für diesen Beruf praktisch sein. Doch heute lösen sich die Zusammenhänge von Funktion der Kleidung und gesellschaftlicher Stellung des Trägers immer mehr auf. Wollmützen oder Bomberjacken träg man das ganze Jahr, egal welche Außentemperaturen herrschen. Das gleiche gilt für Basecaps. Die wenigsten spielen Baseball oder sind Zuhälter. Es gibt nur noch wenige Kleidungsstücke, die eindeutige Rückschlüsse auf den Beruf zulassen. Zum einen hat nicht jeder einen Beruf und viele sind arbeitslos. Andere Berufe gibt es offiziell gar nicht, obwohl die nötige Berufskleidung industriell hergestellt wird. Zum Beispiel BH's, die kaum halten. Oft sind Accessoires aussagekräftig, auf welche in unserer unaufmerksamen Zeit gar nicht geachtet wird. Schuhe sind soetwas. Alle tragen Turnschuhe obwohl kaum jemand turnt. Wer nun aber partout keine Turnschuhe trägt, ist verdächtig. Rollschuhe etwa, zu denen man Blades sagt, obwohl man mit ihnen rollt. Bladesfahrer organisieren sich nicht nur zum kollektiven Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, welche einen tragenden Pfeiler unseres Staates darstellt. Sie wollen alle Autos, die Fußgänger und den Mittelstreifen abschaffen. Knallgelbe Schuhe sieht man selten. Das sind dann meist Imkerinnen, seltener Imker. Diese geben sich aufgeschlossen bis hilfsbereit, wollen aber nur ihren kaltgeschleuderten Öko-Honig verkaufen. Am verdächtigsten sind Leute mit ganz ordinären, schwarzen Schuhen. Die sind zur Tarnung. Wie bereits festgestellt, trägt die unauffällige Masse heute Turnschuhe. Welche Berufe sich Insidern mit schwarzen Schuhen zu erkennen geben, ist noch geheim. Vor allem sind es Vertreter von Versicherungen und Fonds und die aussterbende Zunft der Beamten, die durch umerzogene, in Teilzeit eingestellte Computerfreaks ersetzt werden. Andere Berufe wollen an dieser Stelle gar nicht erst genannt werden. © 2001 by Zacke, Bruno |
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