Aion / Kenon

Ahnten wir es nicht, Kenon, da wir nichts als Nichts, überhaupt-nichts als Überhaupt-Nichts und rein-gar-nichts als Rein-Gar-Nichts unter uns spürten und uns hinaufschwangen auf diesen einsamsten aller einsamen Gipfel - es ist der allerhöchste, auch! (abstrakt) -, dass uns dies zu erblicken geschenkt werden würde: vollkommene Dunkelheit? Nun wandern unsere blinden Blicke durch den unbegrenzt leeren Raum, ohne Ende. Das sind wir selbst, bist Du, Kenon, und bin ich, Aion, wie wir uns schattenlos kreuzen. Und schon kommt alles Alles, sich aus uns in uns zu erstrecken. Geben wir nach? Gewiss, soll die alleinherrschende Dunkelheit, Ausgeburt (uns) eigener Ödnis, geteilt werden. Und schau, Kenon, da ist der einzige aller möglichen Gedanken des Lebens: die kecke Sonne!, sich Raum und Zeit zu nehmen, von wütendem Feuer schwanger geruht sie, alles weitere aus sich zu entfalten, schleudern!, um es später doch nur mit einer verlegenen Geste in sich zurückzunehmen, wenn wir den nun bestiegenen Gipfel wieder verlassen - müssen?


© 2006 by Arne-Wigand Baganz


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seelengruende - Gedichte von Arne-Wigand Baganz


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92 Seiten. EUR 10,- ISBN 3-8334-1226-7

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