Anti-Literatur v4.1

Auf der Suche nach neuen Worten ... aber der Himmel zeigt sich verschlossen. Langsam sinkt die Feder nieder und kein Blick aus dem Fenster. Der freie Geist welkt wie die kranke Blume, weil Ruhe einkehrte und schläfrige Harmonie. Die rastlosen Raben ziehen fort - in den Süden oder auch andere Regionen, wo leere Seelen auf erfüllendes Unglück warten, ihre hungrigen Augen starren in den weiten Himmel, der nun so grausam milde schweigt.

Was schreibe ich hier? Wovon ist die Rede? Ich habe nichts zu sagen. Noch nie.

Die Menschen lieben ihre Lügen, die sind: ihr Leben. Sie fürchten die Wahrheit, keine Götter, die sind: tot. Der Wille macht sie schwach, denn sein Heim ist der Abgrund und viele zieht er nach dort unten, wo es ist: einsam und eine jede Seele brennt - in selbst gelegtem Feuer. Wie ist sie schön, die Zerstörung. Ich wärme mich und schaue aus leuchtenden Augen sehr glücklich.

In meinem Haus steht ein Eimer voller Sterne.

Jetzt ist der Himmel wieder klar und es regnet Worte, aber die Welt ist Chaos, kennt keinen Sinn, keine Werte. Es ist ein ewiges Wirbeln und nichts bietet Halt, nur die Lügen und vielleicht Liebe, doch was ist das schon ... Liebe. Es hat nichts zu bedeuten. Ein altes Feuer erlischt ... gleichgültig ... wird ein neues geboren. Wer das System erkannt hat, kennt die Welt - glaubt er, und er irrt, weil der Mensch immer irrt - und er hofft bis zum Ende.

Wer einen Krieg beginnt, muss kämpfen, bis er siegt oder alles im Verfall versinkt. Es gibt kein Zurück. Sie oder wir oder alle. Ein nie endender Kampf auf wechselnden Feldern, verschiedenen Territorien. Ein Schild aus Lügen schützt das verletzliche Gesicht. Klirren sie mit den Schwertern und versuchen jene zu sein, die sie nicht sind, aber gern wären. Der Wille zur Macht ist der Wille zum Untergang mit stolz gereckten Köpfen. Die Antwort ist das Schwert. Immer ist sie das Schwert. Und das Leben ist ein großer Spaß.

Wer lacht? Auch Du.


© 2001 by Arne-Wigand Baganz


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