Aus einer fremden Welt

In den Tälern des Lotus, da die verzweifelten Strahlen der Sonne niemals auslöschen die grauen Schatten des Lebens, versinkt in den brennenden Wassern der ruhlosen See das blaue Schiff der Gerechtigkeit - und auf ihm zwei tragische Wesen.

„So der Mond uns erleuchtet, wir trinken von seinem seidenen Glanz. Und von den Bergen die Adler rufen uns zu, als sie erkennen das Ziel unserer Reise. Der Fische Gräten weisen uns den Weg in die Ewigkeit.“

Das ist ihre leise zerbrechliche Stimme, die mich in jedem Moment meiner Existenz könnte zerschmettern. Ihre Liebe ist ihre einzige Macht, das weisse Kleid um ihren Körper ein Schleier, der ein Paradies verhüllt. Und in der feuchten, frischen Luft sehen die Tiere der Dunkelheit mein Zittern, wenn ich an sie, meine Liebe, denke.

Es ist eine dieser Nächte - und langsam kriecht das Wachs der Kerzen auf das Holz des Bootes. Nur willenlos treiben wir so umher und warten genüsslich auf das Ende.

„Damals, als es begann“ versuche ich, es ihr zu erklären - und verstumme. Fragend schaut sie mich an, dann wieder kehrt dieses stille Lächeln auf ihr Gesicht und wir sind glücklich mit dem, was ist.

Schon steht das Wasser zu unseren Knöcheln und die brennende See, die unser Boot umschließt, gibt uns diese fatale Sicherheit über die uns in den schweren Schlaf wiegende Zukunft.

Dann dreimal kräht der Hahn und meine Erinnerung verblasst.


© 2000 by Arne-Wigand Baganz


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