Flucht des Koenigs

Sie lieben den dunklen Koerper des Schwarzen Koenigs, erneut geboren in die alte Welt der blanken Gesichter, wo sie doch nur lautlos lachen und ihr heisser Atem laesst das Laub der Baeume schneller fallen.

In der verschlafenen Einsamkeit des purpurnen Gebirges das Schloss gebaut aus toter Menschen Herzen steht in Ruinen nebelverschlungen. Manchmal noch hoert man sie leise schlagen - erinnernd, so wie der schwache Windzug auf den Gipfeln Deinem Haar eine eintoenige Melodie entringt. Klaeglich.

Es ist ein Gift, das weht durchs Land und breitet aus den Wahnsinn einer neuen Schoepfung. Gleich Feuerblitzen stuerzen die besessenen Raben aus den Wolken in die Erde, wo sie mit ihren goldenen Schnaebeln stecken bleiben.
Die Kinder rupfen dann ihr Gefieder. Von weitem winken die besorgten Muetter. Erst neulich opferten sie ihre schreienden Erstgeborenen, um sich selbst vor den zuernenden Goettern zu retten.

Durch einen mageren Leib dringen des Schwarzen Koenigs Knochen. Sie haben ihn auf Marmor gebettet, nur seinen Koerper auf Marmor gebettet.

Der sanftmuetige Geist aber weilt an ferneren Orten.

Ferneren Orten.


© 2002 by Arne-Wigand Baganz


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