Unbewegt

Aufgezehrt alle Kräfte, das Herz verbrannt - so liegt er da und wüsste noch viele Wege zu gehen, aber es lockt ihn nichts mehr, seinen schwachen Körper zu bewegen. Und auch der Geist sehnt sich nach nichts mehr als den leeren Träumen dieses endlosen Schlafes, von dem er nur eine blasse Ahnung in sich trägt.

Noch.

Es ist das der Ort, wo alles Gegenständliche sich auflöst in wehende Pastellfarben und liebliche Honigdüfte, wo Einsamkeit und Alleinsein sich treffen - in der Alleinsamkeit und sich zu Ehren ein Schloss bauen aus den melancholischsten Melodien, die nie ein Menschenohr vernommen.

Nur ein Schritt, der keiner ist. Zu einfach und zu schwer. Zu schwer zu gehen und doch weiter, immer weiter ohne Ziel, ohne Weg, ohne Ketten, völlig frei, taumelnd, stürzend, wirbelnd und manchmal geht es empor ... keine Bewegung. Starre, endlich erfroren.

Und trotz allem ist da etwas - das treibt einen nicht davon.

Es ist nur ein geringer Widerstand.


© 2002 by Arne-Wigand Baganz


Ihre Bewertung dieses Textes:







seelengruende - Gedichte von Arne-Wigand Baganz


die besten gedichte aus 5 jahren anti-literatur
s e e l e n g r u e n d e
- arne-wigand baganz

92 Seiten. EUR 10,- ISBN 3-8334-1226-7

mehr informationen auf




 

Über + Kontakt

© 1999-2012 by Arne-Wigand Baganz Startseite Lyrische Texte Bücher von Arne-Wigand Baganz Prosaische Texte Fotografie Inspiration Texte von Gästen