auf reisen

noch liegt er da, sein koerper - ruhig atmend und ein wenig blutend aus den durch fremde kraft geschlossenen augen. die vom schweiss feuchte hand haelt ein kleines stueck stacheldraht fest umklammert.

es ist, als waere nichts. bloß stille und langsam die sonne zieht am horizont vorbei, aendert die schatten, laesst gemaechlich sie wachsen, bis hinuebergleitet der tag in die schwere der nacht, wo er dann stirbt.

jetzt scheint der mond manchmal dunkelgelb durch die wolken, die ein schwacher wind planlos durch die luefte treibt. auf die treppen haben sie ein, zwei kerzen gestellt. ein paar stunden noch werden sie brennen wie leuchtende wachen.

immer wieder laeuft etwas wachs die stufen hinunter. es lohnt kaum, dies zu erwaehnen.

zurueck. zurueck.

man kann ihn liegen sehen auf dem boden. sein koerper ist nackt und ausgezehrt. ueberall, so scheint es, wollen die knochen seine duenne haut durchstoßen.

um 12 schlagen die glocken.


© 2003 by Arne-Wigand Baganz


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seelengruende - Gedichte von Arne-Wigand Baganz


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