aus dem nachlass

immer sucht er im boden nach steinen, wurzeln und vergangenem (leben). ganz tief kniet er in ewiger demut. manchmal sammelt er etwas ein, vielleicht einen semmelkruemel oder krausen kristall, aus dem er sich spaeter in seinem haus einen koestlichen tee macht; niemand sah es bisher genau.

mit dem glas in der hand ruht er dann in seinem schwarzen sessel und denkt sich neue spaßgeschichten aus, die er bald in alle winde streut. irgendein nicht zu beneidender vogel wird sie vernehmen. der sperber?

es ist die traurigkeit des ganzen planeten, die durchfließt seinen koerper. oft weint er die blauen traenen der stummen kinder - auch lacht er ihr schuldloses lachen, allein.

auf seinem geist sitzt rot-braun der rost und seines koerpers knochen werden nie muede, auf den stets gleichen pfaden zu wandeln. eine maschine.

er lebt ein leben: nicht das seine - und doch!

sich selbst sieht er von weitem untergehen im fluche des faulen jahrhunderts.

mairegen faellt auf seine stirn. weiß wachsen blueten.


© 2006 by Arne-Wigand Baganz


Ihre Bewertung dieses Textes:







seelengruende - Gedichte von Arne-Wigand Baganz


die besten gedichte aus 5 jahren anti-literatur
s e e l e n g r u e n d e
- arne-wigand baganz

92 Seiten. EUR 10,- ISBN 3-8334-1226-7

mehr informationen auf




 

Über + Kontakt

© 1999-2017 by Arne-Wigand Baganz Startseite Lyrische Texte Bücher von Arne-Wigand Baganz Prosaische Texte Fotografie Inspiration Texte von Gästen