lungen-fluegel-landschaft

wie die lunge mit nur einem fluegel: die knorrigen bronchien der noch verwinterten baeume recken sich kopfstehend auf mattgruenem gras, als haette aus ihm unbestimmt-jemand, ganz sicher nicht du, schon oft einen trostlosen tee gebrueht. na aber nu, wer wuerde es wagen und soetwas machen? gibt es denn nicht den herrlichen oolong, den staerkenden lapacho und die kostbaren silbernadeln des kaisers? natuerlich! ich sehe, du siehst, er sieht. alle fragen sich: ja, dort! sind es nicht nur hoelzerne finger, kaum zaehlbar und nackt, die durchstoßen die erde, fast noch gefroren?

es ist dieses nordische land, das seine leblosen baeume im vorfruehling zeigt: wie ich es liebe! doch untreu werdend und heimlich saee ich in schwer bewoelkten naechten goldenen mais im weltraum, auch tigrige lilien.

mond und sterne werden ernten.


© 2006 by Arne-Wigand Baganz


Ihre Bewertung dieses Textes:







seelengruende - Gedichte von Arne-Wigand Baganz


die besten gedichte aus 5 jahren anti-literatur
s e e l e n g r u e n d e
- arne-wigand baganz

92 Seiten. EUR 10,- ISBN 3-8334-1226-7

mehr informationen auf




 

Über + Kontakt

© 1999-2017 by Arne-Wigand Baganz Startseite Lyrische Texte Bücher von Arne-Wigand Baganz Prosaische Texte Fotografie Inspiration Texte von Gästen