|
Cioran -
Auf den Gipfeln der Verzweiflung Im Orden seiner selbst, getränkt in das schwarze Schweigen einer negativen
Mystik, die doch nicht bei sich bleiben kann, sondern hinaus will in die
Welt: als zornig-schäumendes Wort, als übermütige Grenzfindung im
Grenzenlosen, beschwingte Hybris und bittere Lebensverachtung; der junge
Cioran: wie er eifrig das Elend seines Daseins theoretisch
zementiert-fundiert, da er es - wie so viele philosophisch Gestimmte schon
vor ihm - nicht glaubt durch die Tat ändern zu können; wie er aus der Not
die Fratze einer Tugend macht und dabei das Recht bei sich seiend fühlt,
weil der eigene Geist letztlich stärker scheint als die ihn umgebende
existentielle Wirrnis. Aber es ist doch ein sehr vergebliches Unterfangen,
dieses erste Buch, denn es lässt die Welt, wie sie ist - durchaus ein
Holzweg, von dem dann schwerlich abzukommen, weil der mächtige Stolz es ja
fortwährend so zwingt. Das Leben in der erbarmungslosen Einsamkeit, auf den
ausgetretenen Pfaden Nietzsches wandelnd: hoch oben - "auf den Gipfeln
der Verzweiflung", die kühle Stirn in den Wolken: ewige Wiederkehr des
Immergleichen, bis zum Ende. Blitze folgen ---
zurück zur Übersicht |
||||||||
Über + Kontakt
© 1999-2012 by Arne-Wigand Baganz