Der Dichter meidet strahlende Akkorde...

Der Dichter meidet strahlende Akkorde.
Er stösst durch Tuben, peitscht die Trommel schrill.
Er reißt das Volk auf mit gehackten Sätzen.

            *

Ich lerne.  Ich bereite vor.  Ich übe mich.
Wie arbeite ich – hah leidenschaftlich! –
Gegen mein noch unplastisches Gesicht – :
Falten spanne ich.
Die Neue Welt
(– eine solche:  die alte, die mystische, die Welt der Qual
			austilgend –)
Zeichne ich, möglichst korrekt, darin ein.
Eine besonnte, eine äußerst gegliederte, eine geschliffene Landschaft
			schwebt mir vor,
Eine Insel glückseliger Menschheit.
Dazu bedarf es viel.  (Das weiß er auch längst sehr wohl.)

O Trinität des Werks:  Erlebnis, Formulierung, Tat.

Ich lerne.  Bereite vor.  Ich übe mich.

Becher, Johannes R. (1916)




 

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