Rayuela

"Ich stelle mir den Menschen als eine Amöbe vor, die Pseudopoden ausgeklappt, um ihre Nahrung zu erlangen und zu fassen. Es gibt lange und kurze Pseudopoden, Bewegungen, Streifzüge. Eines Tages dann rastet das ein (und man nennt es Reife, der-erwachsene-Mensch). Einerseits bringt er es weit, andererseits übersieht er eine Lampe auf zwei Schritte Entfernung. Und dann ist nichts mehr zu machen, wie die Häftlinge sagen, der eine ist für dies, der andere ist für das. Auf diese Weise lebt der Mensch in der schönen Überzeugung, daß ihm nichts interessantes entgeht, bis ein unerwartetes Abbröckeln auf irgendeiner Seite ihm für die Dauer eines Augenblicks etwas zeigt, leider ohne ihm Zeit zu lassen, zu erfahren, was es ist, es zeigt ihm sein zerstückeltes Sein, [...]"

Cortázar, Julio (1963)




 

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