Der Mensch

"Nur mit der Kraft des Gedankens ausgerüstet - bald ist sie einem Blitze ähnlich, bald kühl und ruhig wie ein Schwert -, schreitet der freie, stolze Mensch weit vor der Menge und auf höherer Bahn als das Leben, allein inmitten der Rätsel des Seins, allein inmitten seiner zahlreichen Fehler . . .

[...] In seiner Brust tosen die Triebe: Widrig quält ihn die Stimme der Selbstsucht und fordert Gaben wie ein frecher Bettler; [...] Düsternis aller Art und Nichtigkeiten des Lebens sammeln sich auf seinem Wege an wie Schmutz und sind wie eine abscheuliche Kröte.

[...] Und nur der Gedanke ist des Menschen Freund und von ihm unzertrennlich, und allein die Flamme des Gedankens erleuchtet die auf seiner Bahn vor ihm liegenden Hindernisse, die Lebensrätsel, die dämmernden Geheimnisse der Natur und das finstere Chaos in seinem Herzen.

In Freiheit schaut der Gedanke als Freund des Menschen scharfsichtig und aufmerksam überall hin und beleuchtet alles schonungslos; die hinterlistigen und abgeschmackten Kniffe der Liebe, ihre Wünsche, das Geliebte zu beherrschen, ihre Anstrengung, es zu demütigen, und daß es sich demütigen läßt, und das schmutzige Antlitz der Sinnlichkeit hinter ihr; [...]

So zieht der Mensch im Aufruhr mitten durch das unheimliche Dunkel der Rätsel des Daseins, vorwärts und höher, immer mehr vorwärts und höher."




 

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