Anti-Literatur ist nichts und alles sowie alles und nichts. Sie spielt mit der Literatur, setzt sich unter, neben und über sie und ist doch selbst nur Literatur, allerdings ohne den Betrieb, der sie zu oft zu einer bloßen Ware herabdrückt, die Unternehmern weltliche Mehrwerte verschaffen soll. Deswegen schenkt sich Anti-Literatur wie hier gern her.
Anti-Literatur feiert die Freiheit ihrer eigenen Ungebundenheit und weiss zugleich, dass Schreiben stets Scheitern bedeutet. Schreiben wiederum, ob literarisch oder anti-literarisch, heißt letztlich immer, Zeugnis vom eigenen Leben abzulegen. Hinter all seiner Textproduktion steht also das Leben ihres Autors – nur: Wen geht das etwas an? Gebt uns Kunst – und keine Biographien. Aber wie erhaben die Kunst auch sein mag, interessiert uns doch das menschliche Element in ihr: Weil wir selbst Menschen sind.
Anti-Literatur lässt es darauf ankommen, ihre Leser zu irritieren und sogar zu enttäuschen, aber oft ist sie auch von sich selbst enttäuscht, weil – was auch immer sie versucht – am Ende alles nur Literatur ist:
Absätze, Sätze, Worte.
Was wäre besser? Schweigen! – aber das kann sie einfach nicht.
Hier finden sie einige besonders anti-literarische Texte: