Das schreckliche Jahr der Hyperinflation brachte auch dich bodenverbundene Seele, in diese Welt, in ein Leben, von dem du nie viel preisgabst. Einiges ist dennoch bekannt: In den Dreißigern sangst du im dunklen Rock und in weißer Bluse mit deinesgleichen “fröhliche Weisen”, Lieder an Lagerfeuern – Erlebnisse, an die du immer gern und reichlich unbefangen zurückdachtest, denn wie konnte etwas im Nachhinein nicht mehr schön sein, wenn es im Moment doch so schön war? Und blieb nicht ohnehin der, wer je die Flamme umschritt, stets ihr Trabant?! Auf dem städtischen Heimat- und Schützenfest, heißt es, schenkte die Familie Bier an einem eigenen Stand aus. Deine nimmermüden Hände bearbeiteten die Erde, ernteten Spargel, Erbsen, Tomaten und so vieles anderes, was auf ihr gedeiht, Jahr für Jahr. Deine geschickten Hände buken Kuchen und schufen schmackhafte Gerichte, Tag für Tag. Gern schnitt als Kind ich Dir die Petersilie und wünschte mir, dass du die 100 erreichen würdest, Knoblauchpastillen sollten dabei helfen, doch wir beide wussten, dass es ein Scherz war, wir machten ihn immer wieder und lachten. Du wurdest keine 100 und dein Geist trübte sich ein am Ende, doch war noch etwas zu erzählen, unbedingt etwas mitzuteilen: Die Zerstörung der Stadt, die voller Flüchtlinge war, als Phosphor Fachwerk traf, sehr spät im Krieg, was besonders bitter erschien, ein Akt, der am sachlichsten vielleicht noch mit dem Wort “überproportional” benannt werden kann … Du sahst es brennen viel heißer noch als den auf den Frühling des Zusammenbruchs folgenden Sommer aus der Ferne auf dem Feld. So heiß, sagtest du, wäre dieser Sommer gewesen, so unheimlich heiß …