Goldene Dome im einigermaßen gut abgedichteten Kühlschrank der Welt, wölben sich deutlich zu plump, um irgendwen zu blenden. Der Wind schweigt. Die Vögel schweigen. Goldene Dome im einigermaßen gut abgedichteten Kühlschrank der Welt sind bespannt mit den glitzernden Tarnkappen eines tückischen Teufels bloß, der einst mit durch Verrat erschlichenen Nuklearwaffen nun täglich spielt wie ein gelangweiltes Kind, das einmal feuerspendende Streichhölzer fand oder zuvor harmlose Essstäbchen heimlich anspitzte, um die Eltern oder kleine, wehrlose Tiere zu ärgern. Goldene Dome … Was ist das denn für ein seltsames Reich der goldenen Dome? In seinen Straßen, Alleen, auf seinen weiten Plätzen: Dunkle Weltkriegspanzer und pathetisch starrende metallene Massenmörder auf granitenen Denkmalsockeln – niemals umzustoßen. Sie schmücken des Landes gottlose Städte. Die großen Bücher des Reiches vor langem schon geschrieben, ihre Autoren sämtlich verstorben, auf unfriedlichen Höfen liegend: Aus blutigen Tränen, die man unzähligen Passionsfrüchten mühsam abzwang, sind ihre heiligen Schriften gekeltert. Und auch die so oft noch von vielen hochgeschätzte Musik: Sie ist gemacht aus Noten von tiefster Schwärze, die wie Fleischfetzen in fünffach vertikal gestapeltem, rostigem Stacheldraht dauerhaft gefangen zitternd hängen. Uuh–eehh… Daneben kitzeln seit eh und je hölzerne Wachtürme im Schnee niedrig fliegende Unwetterwolken und lassen ihre grellen Scheinwerferlichter immer grob die Gegend durchpeitschen: Keine menschliche Regung bleibt unentdeckt, ungestraft! Die Gesänge, die ergreifenden Gesänge, die sich allerorts immerfort erheben, sind hurra-tiges Kriegsgeschrei und wallende Propagandanebel – zu schwachen Köpfen zielgerichtet vorgetragen. Sie sitzen fest auf gefügigen Sklaven, die dauertraumatistiert durch Jahrhunderte der Gewalt, festgeklebt im Leim weinerlicher Passivität, stets bereit zu schauerlichen neuen Verbrechen – auch alles duldend ertragen. Und trotzdem: Die Schränke der Bewohner des Reiches sind ja gut gefüllt, sind vielfältig und bis oben, sind üppig gefüllt mit Menschenresten: Mit Armen, Beinen, Nasen, Ohren, Zungen, mit ganzen Köpfen jener armen Kreaturen, die nicht mitsingen, die nicht schweigen wollten, die erfolglos zwar aber doch für ein besseres Leben kämpften. Uneinsichtige Narren! Verirrte Irre! Die Tollhäuser stehen ihnen offen. Wer vernünftig ist, wird schon wissen, dass der Status quo alternativlos ist: Millionen Untertanen lernen von klein auf, einander zu quälen, sie lernen das rücksichtslose Erobern; Millionen Untertanen lernen das kalte Töten – über Generationen hinweg lernen sie dies und dergleichen – und vor allem niemals irgendeine Hoffnung zu haben. Sie lernen, lernen, lernen. Und nochmals: Sie lernen! In Pfützen, Bäche, Flüsse, Seen und Meere, klar und feurig brennend, tauchen sie indes des Tages und in den Nächten ihre nach Vergessen dürstenden Seelen! Nichts aber, was auf dieser Welt vor den Augen Gottes geschieht, wird vergessen, sie jedoch erinnern sich immer nur an nichts – nichts als ihre siegreichen Schlachten. Uuu-rraa! Lohnt sich der ganze fürchterliche Aufwand am Ende nicht? Die Museen ertrinken doch in anmutig anzuschauender Raubkunst, und freundlichere fremde Territorien hält das Riesenland mit eisernen Händen und erdrückenden Stiefeln besetzt, ganze Völker hält es gefangen: Völker, deren Säfte es abzapft und die es oft über tausende Kilometer in dicken Röhren in sein finsteres Herz leitet. Bumm–bumm… Das macht es so stark, macht es so groß. Oh, diese gewaltige Größe! Ach, diese gewaltige Größe! Quell allen Stolzes, aber wie leer sie ist! Und wie hohl erscheint dieser Stolz auf wiederkehrende Landnahme, auf am Reißbrett geplante militärische Raubzüge, auf frevelhafte Kindesentführungen, auf die Ausdehnung allein um der Ausdehnung willen?! Es ist der hochmütige Stolz des Krebses, der Felder, Gebiete, ganze Länder allmählich schwärzt und so unheimliche, traurige Tode vorbereitet, alles auffrisst. Seine niederträchtigen Zuarbeiter und ausländischen Kollaborateure: Mit Gas- und Ölgeldern gekaufte Lumpen – oder nur gehirngewaschene eitle Toren, die sich im Schatten Satans mächtig und unbezwingbar fühlen. Oh, verflucht seist du, Kazapistan! Verflucht seien deine Helfer! Auf ewig verflucht seist du, Kazapistan, du schlimmster Feind der Freiheit, du schlimmster Feind der Menschen, du schlimmster Feind des Lebens. Verflucht-verflucht seist du, Kazapistan! Verflucht!