Noch ein Frühlingsgedicht
Der Specht im Hinterhof
trommelt uns Menschen
sanft den Frühling ein:
Pch pch pch-pch pch,
rrr - rrr - rrrh –
und bringt uns dazu,
zu denken, zu träumen,
miteinander über ihn zu reden.
Wir begreifen langsam:
Bald ist der Winter vorbei.
Tulpen strecken schon
ihre grünen Fühler aus
der auftauenden Erde.
Gelb-violett stehen Krokusse
vielzählig auf winterplatten Wiesen
und bilden löchrige Blumenteppiche;
hier und dort lassen sich
zarte weiße Blütenglöcklein
der Sonne abgewandt hängen.
Eine Amsel badet frech im Bach,
taucht den schwarzen Oberkörper
in das flache Wasser,
schüttelt es sich dann kraftvoll, munter
aus den Federn: immer wieder
spielt sie dieses Spiel,
lässt sich dabei nicht stören,
obwohl sie wachsam schaut.
Sie wäscht sich den Schmutz
der trüben Tage vom Körper.
Ich sehe Meisen, Spatzen, Elstern.
Sie rufen, wenn ich die Wege
im Park an ihnen vorbei beschreite,
kurz und laut:
Achtung! Gefahr!
Und meinen wohl mich.
© 2023 by Arne-Wigand Baganz