Schöner wär’s gewiss für das Gedicht, wenn vor der Nase auf der Moldau in Prag eine güldene Gänse- leberpastetendose vorbeischwömme, und nicht nur ein aus Polymer gearbeiteter Miniaturbecher, in dem sich einst ganz schnöde Pflanzen- margarine befand. Schöner auch, wenn es ein frischgelbes Zitronenscheibchen wäre, das ihm dicht auf dem trüben Wasser folgt, aber es ist nicht einmal ein sorglos entsorgtes Stück Apfel, so ein weggeworfener Fruchtschnitz, sondern lediglich ein buntes, von nahezu allen und allem entfremdetes Blättlein mit runden Zähnen aus dem letzten, lichtarmen Herbst (bald kommt der nächste) – ein dahingleitendes Blättlein nur neben vielen anderen Blättern, die braun bloß, aber genauso stolz sich dem von irgendwelchen Naturgesetzen verordneten Verfall widersetzen! Ach, seufze nicht. Nehmen muss man schließlich alles, wie es kommt, wie es fließt, so dunkel, so undurchsichtig, nichts anderes bleibt einem übrig – was auch immer einer tut, solange er daran denkt, vor allem ein Mensch zu bleiben! Ein Mensch. Was noch aber sieht jener, der diese Zeilen schreibt? Enthüllt und verraten sei das allzu gewöhnliche Bild: Petrolfarben schimmern die Köpfe leidlich ungenießbarer Enten im schrillen Frühlingslicht, scheinbar ziellos schwimmen die edlen Tiere umher, rutschen immer wieder davon ab und erklimmen doch endlich mit einiger Mühe die knallgrün gestrichene Heckflosse eines ausgedienten Schiffes, das belebende Getränke verkauft und / oder Kunstwerke ausstellt – je nach Tageslaune. Das und nichts anderes sieht er. Sieht er. Sieht er.