Irgendwo in Prag
Helle hohe Quader verstreut,
so ungeordnet wie Kartons
in einem Schuhladen,
der einen außer Kontrolle geratenen
Räumungsverkauf veranstaltet.
Davor etwas Wiesengrün
und eine, wie man sagen könnte,
ziemlich vitale Seniorin,
die ihre in die Jahre gekommene
Superzoom-Kamera
auf das Violett, Weiß und Gelb
des einen oder anderen
Krokusgrüppchens richtet,
als wäre es
das erste Mal –
sich dabei tief
für den bestmöglichen
Winkel bückend.
Auf Facebook
wird sie ihre Schüsse
später teilen.
Sonne, Vögel, Frühling.
Alles ist da.
Alles da.
Schräg links breitet
die wuchtige Poliklinik
ihre Betonflügel
zu einer heilenden
Umarmung,
ein abstraktes Kunstgebilde
aus hinterleuchtetem Glas
schaut verwirrt aus dem heute
geschlossenen Gymnasium.
Grau-rote Busse
rasen vorbei.
Vorbei.
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