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© 1999-2026 by Arne-Wigand Baganz

Ukraine  Eine Reise durch die Ukraine in 113 Gedichten  Ukraine

Bischkek 2025

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Kaum ist getaut
der Schnee des Winters,
kommen sie heraus,
drängt es sie hervor:
allesamt,
Menschen jeglicher
Lebenskreise,
der Stadt Bewohner,
auf den Eski Ajant,
den Alten Platz,
wo bedeckt mit den Mützen 
des verblichenen Reiches
und in hell-hellblauen Hemden
Polizisten gemächlich 
patrouillieren, stehen und beobachten,
auch Sicherheitskräfte
mit leuchtgelben Binden.

   Immergrüne Bäume,
   rötliche Steine
   und Treppenstufen.

Ein Familienvater,
pausbäckig und die braunen Augen 
hinter einer 80er-Jahre Sonnenbrille,
schiebt seine Zwillinge
zufrieden, fast erhaben
vor sich her;
anderer Väter Kinder 
springen herum,
verspeisen bereits Eis;
manche trägt Kopftuch,
manche laufen jackenlos,
und ein paar Jugendliche 
hängen unbeschwert über der 
Balustrade des
Staatlichen
Historischen
Museums.

Nicht davor,
sondern dahinter
verharrt
ein eiserner Lenin,
nicht noch 
sondern wieder.

Seine Augen sind 
Frost und Winter –
und er zeigt 
stur mit der Hand
immer weiter
nach vorn,
immer weiter,
einen der Füße schon
zum nächsten Schritt
erhoben –
seit nunmehr
vierzig Jahren.

Nicht die Zeit
blieb stehen,
nicht die Zeit.


© 2026 by Arne-Wigand Baganz

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