Auf dem Blachfeld liegen zerstreut olivgrün gefleckte Metallkörper, netzbehangen, voll alberner erdfarbener Bärte, wie von Würmern wimmelnd, gekrönt von wackeligen, schon rostenden Schutzkäfigen: Ihre Haut scheint verletzt, rissig, als müsste Blut aus ihnen tropfen, doch es tropft nicht. Unter dem reifen Korn, das rings voll und schwer und dennoch samten im Wind wogt und raschelt, lauern schweigend die unheimlichen Minen des bösen Feindes. Obacht! Fuß folgt Fuß. Ein an der Mündung ausgefranstes Kanonenrohr sticht hinten am Horizont lächerlich, unbewegt und stumpf immerfort in den hellblauen Himmel: Niemanden mehr wird es verletzen. Keinen Menschen, kein Tier, keine Pflanze, nicht einmal ein lebloses Ding: Kein Haus, keinen Stein, kein Sandkorn. Dort! Aber dort! Ein dunkler Fleck zieht das schweifende Auge jetzt zauberhaft an, es stellt sich mühsam scharf und erkennt längs ausgestreckte oder auch gekrümmte, Körper von Menschen, verkohlt und von den Wahrern des letzten Anstands längst mühsam aber doch gründlich verpixelt. Schrecklicher, schwer auszuhaltender Schauder! Der Kopf sträubt sich, er ist so voll von diesen tonnenschweren Bildern, und nicht nur von diesen, er will sie, will das alles in einem einzigen gewaltigen Zug wegwischen, aber sie kommen, es kommt wieder, weil sie, weil es wirklich, leider wirklich ist. Endlich gelingt es dem Kopf, und er versteht selbst nicht, Warum??? – es gelingt ihm wie ein Sprung von einer Klippe nach einigem Hadern und Zaudern (sie ist vielleicht sogar marmorn), wie ein Sprung von einer Klippe an einem brütenden Sommertag, hinab in das erfrischende Gewoge der Wellen, hinab in das kühlende, salzträchtige Meer, in dem es selbst an lustigen Delphinen nicht fehlt, die ihre perlmuttartige Haut und ihre weißen Bäuche zeigen, lustige Delphine, die brummen und schnattern, vergnügt und ausgelassen spielen und quietschen: Wie schön. Und wie herrlich. Aber es ist Unsinn! Nichts von all dem ist wahr. Stattdessen: Eine Leere breitet sich aus vor dem Körper, der zu dem Kopf gehört, schwarz gähnend, saugt sie ihn an, ist stärker als er, der Körper gibt nach, widerwillig natürlich, aber vorwärts gezogen wird er, er kann sich nicht wehren, doch da kommt dem stets fiebrig arbeitenden Kopf ganz plötzlich befreiend, nein, sogar erlösend, ein heller Gedanke, der dieses Mal nicht zerstiebt, weil er stark genug, weil er kräftig genug ist, länger zu bleiben; ein Gedanke, der sich gemächlich aus dem Himmel wie ein bunt bemaltes UFO kreisend herabsenkt und die blassen Augen, die so vieles bereits sahen, was sie nie sehen sollten noch wollten, erkennen, dass das, was da herabkommt, eigentlich – oh, wie seltsam! – einem Planetensystem ähnelt, dass es eine weitere Welt in dieser weiten Welt ist: Ein blau-violetter Fadenkranz rotiert als ein wärmendes Feuer um das heilige Zentrum, das den betrachtenden Geist einem Astral-Mandala gleich ganz seltsam entrückt. Fünf Staubblätter haben sich dort in der seligen Mitte des blumigen Objekts auf einer kaleidoskopartig geschmückten Bühne, die ein purpurfarbener Schatten umsäumt, zum ewigen Tanz eingefunden – hinaus über die Grenzen der Zeit. Über ihnen thronen weißgelb drei Narben, leicht und irritierbar wie fast schwebende Kompassnadeln, sanfte Berührungen erwartend. Tanzt, ihr Blätter, tanzt! Tanzt das Leben