Coventry
Leere beherrscht
den heiligen Raum
Kein Dach,
kein Gestühl,
kein Fensterglas.
Spitzbögen starren blind
wie nackte Augenhöhlen,
und der Himmel lauscht stumm
Touristenschritten auf
gewölbten Quadern.
Ein Guide vermittelt
gekonnt Geschichte,
holt die Höllenfeuer
des vierzehnten
Nebelmonds hierher –
direkt in die Gegenwart.
Von den um-
schließenden Mauern
blickt ganz still
auf alles
ein einzelnes
Rotkehlchen:
Hat es den Latz
auch blutig gefärbt –
ein Täter ist’s nicht.
Sieh!
Jetzt fliegt es weiter,
jetzt fliegt es vorbei
an den in den Gluten
schwarz Vermählten,
den kohligen Holzbalken,
die einst wie ein
Zeichen des Herrn
gequert in den
Schutt stürzten;
sie stehen
als Kreuz
auf dem Altar
am Kopf
dieses
steinern
schweigenden
Schiffes.
Und wir lesen
die Botschaft,
in goldenen Lettern,
in goldenen Worten:
Vater vergib
Vergib uns
unsere Sünden.
Vergib!
Vergib!
© 2025 by Arne-Wigand Baganz