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© 1999-2026 by Arne-Wigand Baganz

Ukraine  Eine Reise durch die Ukraine in 113 Gedichten  Ukraine

Stratford-upon-Avon

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In einer wenig 
beleuchteten Ecke 
der Kirche ruht, 
drapiert in Hellblau 
und leuchtend Gelb,
ein Altar
und auf ihm 
das archetypische
Bild der Mutter Gottes
mit ihrem kleinen Kinde –
leicht schräg gekippt
als Ikone.

Aus der Ferne,
mitten im Schiff
des Gebäudes,
beäugt neugierig und
immer recht freundlich
ein Pastor
seine Gäste,
um diese,
wenn sie ihn schließlich
einmal passieren,
in ein selten in die Tiefe
gehendes Gespräch
zu verwickeln:

Woher man sei,
möchte er wissen –
das ist ein leichter 
und funktionaler Einstieg –
und er zeigt sich ein wenig
enttäuscht, wenn Leute, 
die sich für den 
abseitigen Altar interessierten, 
nicht antworten:

Aus der Ukraine.

Draußen jedoch,
gleich nebenan 
wartet eine Kapelle
auf Zahlende,
die lange schon 
danach dürsten,
gravierte Steinplatten
mit Blicken
zu erhaschen,
auf denen
ein großer 
Name steht –
wohl einer der größten.

Rundherum Unmengen von
bunten Blumensträußen
auf dem Boden …

Auf der anderen Seite,
jenseits des sandhell
in den Himmel 
greifenden Gebäude Gottes,
hat sich grünende Mai-Lust
zwischen gräulich-verwitterte
Grabsteine geworfen;
im Schatten furchig-stämmiger Bäume
springen rotbraune Eichhörnchen 
munter herum,
auf dem Boden verstreute Eicheln 
suchend und findend, 
bergend oder gleich
verspeisend.

Sie verschwinden rasch,
so rasch, wenn Schaulustige 
ihnen zu nahe kommen.

Ach, lass doch all,
sagt süßlich eine Stimme,
die herrlichen Museen 
des idyllischen Ortes
Museen nur sein,
sie finden schon genug 
artige Wesen,
die bereit sind,
am Eingang
in der festgesetzten 
Höhe zu geben,
genug Wesen, 
die hastig oder gemächlich
auf knarrenden Dielen
hindurchstiefeln oder
-schreiten wollen,
vorbei an alten Möbeln
und ausgesuchten Exponaten,
nur um am Ausgang
wieder auf der Straße
zu erscheinen:

Im Wetherspoon-Pub
um die Ecke
spielt keine Musik,
aber das wahre Leben.


© 2026 by Arne-Wigand Baganz

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