Als heiteres Kind schon kostete er am Gestade des oft düster wallenden Pontus den weißen Schaum der Brandung – wenig salzig durch den ständigen Zufluss von Danuvius, Danapris und Danastris. Mit den Händen setzte er ihn sich einst lächelnd auf die Höhe der Stirn – wie eine Krone, während der Wind leicht mit den Haaren spielte und das ephemere Gebilde rasch verwehte. Am flachen Rande Europas wuchs er groß, im Schatten verborgen von silbernen Linden, flaumigen Eichen, zähen Eschen. Rot schien die Sonne am Abend im Westen, der Limitanei Waffen klirrten bisweilen hart – und er lernte allmählich jedwede ihrer Künste und Schliche. So eng wie arm erschien ihm auf Dauer das Heimisch–Vertraute, lockend aus der Ferne hingegen die Kammern voller Gold und die üppigen Früchte, so reich an Süße – kaum geschützt hinter feiner, gar zu feiner Haut: Die Kerne … Und er machte sich auf eines Tages, beides zu greifen, das Gold, die Früchte – ungebändigt strömend gleich einem Fluss im Frühjahr, brauste er mit seinen um ihn gescharten Leuten der untergehenden Sonne entgegen, die Gesichter gerötet durch ihren Schein, an den schweren Stiefeln noch den Schlamm der Ufer, welcher schon bald nach einigen geschickt angewandten Listen und wenigen fast nebensächlichen Kämpfen sämtliche marmornen Säle des überraschten, übertölpelten Zentrums unfein verdunkelte. Man hört sie noch heute hohl hallen: Die festen, soldatischen Schritte, klatschend wie ein Echo der brandenden See – während er selbst längst sanft im lispelnden Flusse ruht.