Den Körper entfernt, blüht der Geist weiter: Am Rande des Reiches sammelt er die noch immer leicht fließenden Gedanken, Worte und Sätze, klagende Lieder und schwarze Episteln in stets passenden Gefäßen. Er knetet sie streng: Buchstaben-Legionen lebend geboren – in stillsten Stunden. Sie kehren allein, kehren ohne ihn, der sie erschafft, heim aus abseitigem Ort, den man zu Zeiten der Argonauten noch Tomoi genannt: Der rachsüchtigen Medea Opfer, Absyrtos, das unschuldige Kind, von ihr ruchlos zerstückelt, um die nahenden Verfolger zu hemmen, und dann in die hungrigen Wogen geworfen, fand hier in Resten ewige Ruhe, da Aietes, Sohn des Helios, sich ihrer sie auflesend und ordnend annahm. Der Verbannte aber ruhet nie. Oh, Tomis, wo Wind, Meer und entfesselter Sturm den trüb Trauernden immerfort treiben! Das scharfe Geschrei rastloser Möwen zerreißt seine sehnende Seele, als verfinge sie sich hoffnungslos strampelnd in aus Rasierklingen gebildeten stählernen Spinnennetzen. Und er träumt doch weiter und weiter vom fernen Haupt der Welt … Oh, Weh und Ach! Pontos Axeinos, Pontos Euxeinos – es nimmt ja das Leiden kein Ende, und ganz gleich, mit welchem Attribut sie die gleichgültig und unablässig schwappenden Wasser bezeichnen: Über dir, launiger Pontos, erhob sich doch längst unverkennbar strahlenden Glanz verbreitend, ganz traulich das stets schaffend tätige Talent – einer mächtigen zweiten Sonne.