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Herbst XXV

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Entfärbtes Laub bedeckt den Lauf
des kleinen Grabens, 
der hier einst half,
so weiß es das Internet,
Weiden zu bewässern,
von denen man längst 
nichts mehr sieht,
auch nicht von den Kühen,
die wohl auf ihnen grasten,
bevor sie in den Schlachthäusern
und dann in den hungrigen Mäulern
der Millionenstadt verschwanden.

Neben den wenigen
verbleibenden Bäumen,
sie haben erst diese Woche
wieder einen Baum gefällt,
stehen niedriggeschossige 
Betonriegel –
die alten Heime vieler,
die sich einst im Arbeiter-
und Bauernstaat
recht gemütlich einrichteten.

Ihre verschließbaren
cremefarbenen Rollatorboxen
warten vor den Eingängen
der renovierten Typenhäuser.

Im Flutlicht aber jagt hinter Zäunen
die bewegte Jugend 
wie den Älteren, 
den großverdienenden
Stars der Rasen,
den weißen
Bällen aus
hochentwickelten Kunststoffen
hinterher,
sie schwitzt bei 
ständig sinkenden Temperaturen
und schreit sich,
Spielanweisungen gebend, 
allmählich heiser.

Ich schaue vieles.
Am liebsten nach unten.

Zu meinen Füßen
liegen durchaus ansehnlich
die welken gelben
Blätter von Linden:

Vom Winde wahllos verstreute
Herzen, die mit ihren Spitzen
in sämtliche Richtungen zeigen.

Dort-, dort-, dort-
und dorthin
kannst du gehen,
heißen sie mich wohl,
und die vom kühlen Sichelmond
unbewegte Brise flüstert leise:

Wähle selbst!


© 2025 by Arne-Wigand Baganz

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