Er fürchtete den Tag, der kommen würde. Er fürchtete das Licht, das ihn ankündigt. Er fürchtete, dass er sich zu sehr fürchtete, und saß noch sinnend, bedrückt, sein langes Leben durchdenkend, wie es war und nicht mehr würde sein können, im Bett, im Dunkel, in Einsamkeit, die Hände unruhig reibend, die Augen brennend, leer. Er saß so für Stunden, er saß die ganze Nacht, durchsaß wachend, was ihm noch blieb. Ehe der erste Vogel sich hören ließ, erschien ihm im Kopf eine reinweiße Leiter zu einer hellblauen Rutsche, er erklomm die erste und setzte sich auf letztere, dann sauste er hinab und sah sich plötzlich wie einen Fremden, der ihm dennoch bekannt ist, lachen in der Sonne am Strand am Meer, sah er Kinder, Möwen, Schiffe, sah er sich im leichten Liedersummen und wieder im Verstummen, sah er sich Texte schreiben und verwerfen, sah er sich Häuser bauen und niederreissen. Sah er sich. Sah er sich. Sah er wieder das Schwarz der Zelle, sah er bald das unaufschiebbare Heraufdämmern des Tages, hörte er schließlich Vögel, erst einen, dann zwei, auch einen dritten, hörte er ihre Fröhlichkeit, hörte er bald Schritte auf dem Flur, hörte er den Schlüssel schließen.