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Platen in Syrakus

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Entdeckt
deine wohlgewogenen Worte
nur selten
eine Seele noch,
und doch –
bleibst du präsent
über die Zeiten,
selbst in diesem
fiebrig-glühenden
Sommer
auf der Insel
alter Tempel.

Trinakria!

Die Viale Teocrito
im Rücken,
auf der sich 
Ströme von Autos
beinahe lückenlos bewegen –
ihre Insassen
nicht darauf achtend,
dass sie die geweihte Bahn 
eines altgriechischen Dichters
befahren …

Lärm.

Hinter den unüberwindbaren
Metallzähnen der Palisade
neben dem Bürgersteig
scheint,
wenn man lange genug
aufmerksam sucht,
weiß dein krauses Haupt, 
auf einem 
steinernen Sockel,
schaust ewig, 
du Mensch,
du Platen,
du Dichter,
ins Grüne des letzten,
immer friedlichen 
Gartens.

Andacht.

Die graue Heimat
und die Cholera
in der Fremde
geflohen,
erlagst du 
dem heiteren Glanz 
der Sonne im Monde,
trieb es dich fort
in Strudeln
duftigen Trankes
und häufig düsterer
Einsamkeit.

Dein Herz erschütterte 
so manche Pein, 
doch konntest du je
zu düster sein?

Andacht im Lärm.

Vergeblich blieb
des kurzen Lebens Werben
um erfüllende, 
erfüllte Liebe
und den hohlen Thron
gemeinen Lobes,
uneingelöst blieben
die Hoffnungen
langen zähen Strebens.

Jung, so jung
starbst du –
wie einer, den 
die Götter lieben.

Die Götter allein?

Syrakus,
das lichtreiche und warme,
durchzogen von Gerüchen
üppig blühenden Oleanders,
weitkroniger Pinien und 
säulenhafter Zypressen,
wurde dein freundliches Grab!

Sieh´ nur, wie der erhabene Apollo,
in die kosmisch gestimmten Saiten 
seiner seelenrührenden Lyra greifend,
wie der tiefgründige Bragi,
ihm auf einer Harfe 
harmonisch nacheifernd,
wie die weisheitsvolle Saraswati
und der schattenhafte Ogmios –
wie alle zusammen dein Bildnis 
bis an das Ende aller Zeiten
froh singend umtanzen!

Umtanzen.
Umtanzen.


© 2026 by Arne-Wigand Baganz

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