Entdeckt deine wohlgewogenen Worte nur selten eine Seele noch, und doch – bleibst du präsent über die Zeiten, selbst in diesem fiebrig-glühenden Sommer auf der Insel alter Tempel. Trinakria! Die Viale Teocrito im Rücken, auf der sich Ströme von Autos beinahe lückenlos bewegen – ihre Insassen nicht darauf achtend, dass sie die geweihte Bahn eines altgriechischen Dichters befahren … Lärm. Hinter den unüberwindbaren Metallzähnen der Palisade neben dem Bürgersteig scheint, wenn man lange genug aufmerksam sucht, weiß dein krauses Haupt, auf einem steinernen Sockel, schaust ewig, du Mensch, du Platen, du Dichter, ins Grüne des letzten, immer friedlichen Gartens. Andacht. Die graue Heimat und die Cholera in der Fremde geflohen, erlagst du dem heiteren Glanz der Sonne im Monde, trieb es dich fort in Strudeln duftigen Trankes und häufig düsterer Einsamkeit. Dein Herz erschütterte so manche Pein, doch konntest du je zu düster sein? Andacht im Lärm. Vergeblich blieb des kurzen Lebens Werben um erfüllende, erfüllte Liebe und den hohlen Thron gemeinen Lobes, uneingelöst blieben die Hoffnungen langen zähen Strebens. Jung, so jung starbst du – wie einer, den die Götter lieben. Die Götter allein? Syrakus, das lichtreiche und warme, durchzogen von Gerüchen üppig blühenden Oleanders, weitkroniger Pinien und säulenhafter Zypressen, wurde dein freundliches Grab! Sieh´ nur, wie der erhabene Apollo, in die kosmisch gestimmten Saiten seiner seelenrührenden Lyra greifend, wie der tiefgründige Bragi, ihm auf einer Harfe harmonisch nacheifernd, wie die weisheitsvolle Saraswati und der schattenhafte Ogmios – wie alle zusammen dein Bildnis bis an das Ende aller Zeiten froh singend umtanzen! Umtanzen. Umtanzen.