Siamesische Idylle
Fünf Klaffschnäbel schweben,
als tanzten sie miteinander
im milchigen Himmel Ballett,
über einem durchweg durchnässten
weichen Teppich aus neongrünen Halmen,
die Schwingen weit in den glühenden
wolkenarmen Raum gestreckt,
rußig oder pechfarben schließen sich
die stabilen Flugfedern
an helleres Gefieder an –
wie das Yin an das Yang.
Das Rostrum spitz voran,
die Gemeinschaft vergessend,
stürzt sich zuweilen einer
der frohen Vögel hinab,
sich eine nichtsahnende
Schnecke zu greifen
und zu verspeisen.
Fernab von diesem Geschehen
steht fett ein gehörnter Ochse
im lang gewachsenen Gras,
stumpf vor sich hin starrend,
zu träge selbst,
mit dem Schwanz zu wedeln,
während eine orange
Alsthom AD24C,
an der unterbödig
längst brauner Rost nagt,
lautvoll auf dem einzigen
hier verlegten Gleis
plötzlich auftaucht,
vorbeisaust und
wieder verschwindet.
Dunkle massive Faltenbänder
begrenzen westwärts
den Horizont.
Die Hitze.
Die Hitze.
Bleibt.
© 2026 by Arne-Wigand Baganz
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