Spuren
Heilig die seltenen Momente
abendlichen Wanderns,
wenn sich der Schnee schon tags
über die weite, uferlose Stadt
samten wie eine unbefleckte
Landschaft gelegt hat,
wenn unvermutet schleichend
ein erdroter Fuchs und hoppelnd
ein lehmfarbener Hase
ihre markanten Spuren
dunkel im reinen Weiß
als flüchtige Andenken
absichtsfrei hinterlassen,
während sich beide Tiere
in widerstrebenden Richtungen
voneinander rasch entfernen,
hinter vielen (zu vielen?)
kahlen Büschen
schließlich verschwinden …
Wenn, wenn.
Weiter aber
schweift der Blick,
tragen die Füße,
erkennen die Augen,
wie sich eine winzige,
beinahe schwarze Maus
nie ganz
aus ihrem hölzernen Versteck,
einer niedrigen gelblichen Palette,
die, wer weiß wieso, dort
neben dem Bürgersteig steht,
hervorwagt:
Siehe!
Sie kehrt nach jedem
verzagten Versuch
immer wieder um
immer wieder um …
© 2026 by Arne-Wigand Baganz