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© 1999-2026 by Arne-Wigand Baganz

Ukraine  Eine Reise durch die Ukraine in 113 Gedichten  Ukraine

Vergangenheit und Gegenwart

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Gänzlich vergessen sein
will der Welt Gegenwart
ihm / ihr / ihnen:

All das laut Tönende,
das Ungeschlachte,
das maßlos Gewaltige,
Gewalttätige,
das Listige,
Hinterlistige und Gemeine,
die schier endlosen
Schleichwege und Highways
fortwährenden Strebens,
die nimmersatte Sucht 
nach zerbrechlichem 
Ruhm und Erfolg,
der stete Wechsel
von call and response,
das zittrige Zwiegespräch von
Angebot und Nachfrage,
das eifrige Dienen 
und harte Herrschen,
das reibende Schnarren
all der eingefetteten und 
nie ruhenden Räder 
der unzählbaren Werke,
die unablässig neue,
noch größere
Zahlen und sonst nichts,
sonst nichts
produzieren;
all die Untaten
privat und staatlich 
organisierter Mordmaschinen,
die laufen und laufen
und das Ewiggleiche
geistlos weiter 
am Leben,
dem immer verletzlichen
Leben erhalten,
während sie doch nur
töten, töten, töten –
gänzlich vergessen sein 
will all das,
gänzlich vergessen sein!

Süßlich lockend rufen
bisweilen noch
die scheinbar goldenen
Vergangenheiten,
die Morgensonnen
der Aufklärung,
die Weisheiten
der Eremiten, 
Mystiker,
Weltreligionen! –
durch all den Lärm,
durch all das Getöse,
und das sanfte Rot Hellas’ 
strahlt wärmend,
ach so wärmend,
unheimlich wärmend,
bis in den heutigen 
tristen Tag hinein!

Lockend, 
oh, so lockend
tun sich auf 
die tiefen und 
kostbaren Schriften
der Alten,
   der Älteren,
      der Ältesten:

Zu Führungen,
   Verführungen,
   Entführungen
      bereit.

Vergesst sie!
   Vergesst es!

Vergesst 
   nichts!

Überhaupt nichts


© 2026 by Arne-Wigand Baganz

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