Titel: [ t.b.a. ]
Umfang: ca. 385 Seiten
Genre: Literarischer Reiseroman / Magischer Realismus / Gegenwartsliteratur
Exposé
Im Sommer 2023 überqueren Maria und Larik zu Fuß die Grenze zwischen
Rumänien und der Ukraine. Eine Woche lang reisen die beiden durch ein Land
zwischen Alltag und Ausnahmezustand – von den Karpaten über Iwano-Frankiwsk
und Lwiw bis an die Grenzen des Möglichen ... Sie begegnen Menschen, Spuren
von Geschichte und den Zeichen eines Krieges, der auch fern der Front
allgegenwärtig bleibt: in Mobilisierungsaufrufen, in Luftalarmen, in den
Heldenalleen der Städte. Die Beziehung der Reisenden ist von einem
fundamentalen, epistemologischen Unterschied geprägt: Maria erschließt die
Welt intuitiv, während Larik, der rationalistisch Veranlagte, versucht, sie
durch Wissen zu begreifen. Diese Differenz beeinflusst ihre Reise – als
Reibung, die nicht zum Riss führt.
Maria sieht, was Larik mit seinem Wissen nicht erreichen kann – eine
zweite, magisch-reale Ebene der Wahrnehmung. In ihren Visionen zeigen sich
Sedimente der Geschichte: Museumsexponate erwachen zum Leben und
historische und politische Traumata werden in bildhafter Form greifbar.
Maria ist Zeugin dieser verborgenen Ebene und zugleich Handelnde in ihr,
wobei ihre Taten symbolische und psychologische Konsequenzen tragen. Sie
unternimmt Handlungen in der Traumwelt – wie die Auseinandersetzung mit
einer Chiffre tyrannischer Macht oder die Konfrontation mit der
unmittelbaren Gewalt des Krieges – deren moralische Ambivalenz zwischen
Vision und Wirklichkeit unaufgelöst bleibt.
Der Roman verbindet Reisebeobachtung, historische Reflexion und poetische
Imagination zu einer polyphonen Collage aus Prosa, Lyrik und
dokumentarischen Elementen.
Seine zentrale Frage lautet: Wie kann man die Komplexität der Ukraine
jenseits des Sichtbaren verstehen?
Besonderheiten
– Experimentelle Form zwischen Reiseliteratur und magischem Realismus,
fokussiert auf epistemologische Fragen
– Protagonisten ohne klassischen psychologischen Entwicklungsbogen,
fungieren als zwei kontrastierende Modi der Wahrnehmung
– Eingestreute Fragmente ukrainischer Lieder – übersetzt und in ihrer
Klanglichkeit beschrieben
Literarische Referenzen
Dokumentarische Präzision trifft magisch-realistische Imagination – in der
Tradition osteuropäischer Gegenwartsliteratur zwischen experimenteller
Schärfe und authentischer Zeitzeugenschaft.
Autor
Der Autor bereist die Ukraine seit 2005 und war auch während der letzten
Jahre mehrfach vor Ort. Kurz vor Beginn des aktuellen Krieges hat er den
Gedichtband “Ukrajina, Ukrajinka” (2022) veröffentlicht. Seine Texte
bewegen sich zwischen Lyrik, Essay und dokumentarischer Prosa und verbinden
literarische Genauigkeit mit politischer Sensibilität. Er hat seit 2004
mehrere Gedichtbände publiziert.
Hinweis: Die obenstehende Version des Exposés ersetzt die im Januar ´25 veröffentlichte vollständig und spiegelt die seither vorgenommene Transformation des Werkes wider.
