Der Palast: Erträumt, erbaut, bezogen – liegt nach Jahren jäh in jämmerlichen Ruinen. Manch eine seiner Ecken steht noch wie ein faulender Zahn: Verfall verkündend, Verfall verbreitend. Oh, diese Fragen, die weder bohren noch drängen noch brennen, aber gestellt werden müssen sie doch: Wohin ist jetzt all die geliebte Pracht, die so viele Augen staunen machte? – und wohin das schöne Leben in einst reichlich geschmückten Räumen? Wohin?! Alles ist morsch. Alles ist schwach. Wird noch schwächer. Noch schwächer! Das ist die Antwort. Keine Antwort. Helle Blumen bilden Kontraste und umstehen inzwischen täuschend das sieche Gebäude, sind ja Unkraut nur, es endlich zu erobern. Sie warten – und ihre Zeit wird kommen, auch wenn niemand um ihre Einkehr bittet, niemand je bittet. Ihre Zeit wird kommen! Wird doch kommen. Wird kommen. Bleiweißer Vogelsang erklingt schon dann und wann kläglich aus den voluminösen Kronen im Wind des Wandels erzitternder Bäume – oder sind es nicht eher vor Übermut vergehende, miteinander fast flüsternd fauchende Drachen, die gemeinsam heimlich einen frechen Feuersturm vorbereiten, und sich dabei dennoch verraten, weil sie nie still genug sein können? Bilder, Träume, Visionen wie aus viel zu glatten Märchen … Du greifst nach ihnen, aber deine Hand rutscht ab. Greifst, rutschst ab. Und du fragst dich untätig, als gäbe es keine andere Frage und nichts zu handeln, wirklich nichts zu handeln: Wann wird es denn brennen: Morgen oder noch heute? Aber hat es nicht schon längst gebrannt? Hat es nicht?! Und was ist überhaupt mit diesem Palast: Hat es ihn je so gegeben, wie die Erinnerung starr behauptet? Du zögerst, jeder sieht, wie du bleich wirst und zögerst, dabei ist es gewiss, oh, so gewiss! Es muss. Es hat!