Den ohne Atem schlafenden Ätna in den von des Tages Anstrengungen gebeugten Rücken, der schon so fern liegt, dass er sich nur noch wie die durch einen Mückenstich erzeugte Beule von der jetzt selbst ganz entspannten Haut der Erde abhebt, und die finstere Nacht wie einen Mantel um uns, die so finster gar nicht ist, verweilt die nun nicht mehr wasserschneidende Triere weich wie eine Feder auf dem seidig schimmernden Glanz des salzreichen Südspiegels. Kein Wind, kein Wellenschlag – nur tiefe, kosmische Stille, die vom Funkeln, vom Glitzern der winzigen Himmelslichter schweigend begleitet wird. Wir, offenen Mundes, sehen Hunderte, sehen Tausende dieser Weltvertrauen spendenden Punkte, während die Ruder eingezogen ruhen und das Rahsegel beinahe gerade wie ein Blatt Papier und doch mit einem kleinen, in die Tiefe gerutschten Bauchansatz reglos am Mast steht. Deneb, Wega, Atair, oh, ihr wohlklingenden, magischen Namen, wir bewundern das Dreieck, das ihr aufspannt, damit es die Milchstraße, dieses neblige, schwer zu ergründende Band des Lebens, scheinbar schwungvoll durchkreuzt. Aber wir wollen nicht allein sehen: Wir wollen spüren, wollen wissen! Unsere forschende Hände greifen gierig in das laue Nass, in dem sich die silberweißen Sterne gleich korngroßen Diamanten spiegeln: Greifen immer fehl. Der von Horizont zu Horizont gespannte Bogen, dieses Lichtergewölbe aber ist ein Netz, ein Zelt, ein Dach, das uns birgt und über uns wacht. Er ist eine Ordnung, die sphärisch sich erstreckt – reihum, wohin auch unsere geweiteten Strahlenfänger blicken: Sterne Sterne Sterne Im Süden Saturn, blaßgelb bis golden, stetig Licht zurückwerfend, orange-rötlich, den Norden anzeigend Kochab, im Schwanz des Hundes … Wir stehen und staunen den Himmel, die Lichter an – und unsere leuchtenden Augen werden selbst zu Sternen. Sacht, sanft und samten hebt ein heller Gesang an: Stimmen von Engeln, die mild wie das Meer, im feierlichen Chor die vernoteten Silben uns vortragen: Ein schwebender, endlos gewebter klingender Teppich. Es ist das silbern strahlende Lied — der Ewigkeit!