Der Dichter meidet strahlende Akkorde.
Er stösst durch Tuben, peitscht die Trommel schrill.
Er reißt das Volk auf mit gehackten Sätzen.
*
Ich lerne. Ich bereite vor. Ich übe mich.
Wie arbeite ich – hah leidenschaftlich! –
Gegen mein noch unplastisches Gesicht – :
Falten spanne ich.
Die Neue Welt
(– eine solche: die alte, die mystische, die Welt der Qual
austilgend –)
Zeichne ich, möglichst korrekt, darin ein.
Eine besonnte, eine äußerst gegliederte, eine geschliffene Landschaft
schwebt mir vor,
Eine Insel glückseliger Menschheit.
Dazu bedarf es viel. (Das weiß er auch längst sehr wohl.)
O Trinität des Werks: Erlebnis, Formulierung, Tat.
Ich lerne. Bereite vor. Ich übe mich.Johannes R. Becher (1916)
Der goldene Dampf der Erlösung
Variationen des frühen Johannes R. Becher als Stilstudie zwischen Remix und Persiflage. Eine fröhliche und vollkommen öffentliche Vers-Übung.
Lyrik, 25.11.2022
Er schmettert seine rauschenden Fanfaren
Die Dichtung und das Leben des Johannes R. Becher
Artikel, 28.10.2022
Der Sündenfall als Wahl des Einzelnen
Wie der Dichter Johannes R. Becher die Demokratie verriet und vom Expressionisten zum Kommunisten wurde
Artikel, 27.11.2022