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Ukraine  Eine Reise durch die Ukraine in 113 Gedichten  Ukraine

Herren der Zeit

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Die in das Uhrwerk
greifenden Hände,
schreiten forsch,
schreiten ungehindert
zur trotzigen Tat.

Ein wenig bang lugen 
aus beinahe wolkigen Regionen
längst trübe Augen hinab –
unter vielfach gefurchten 
Stirnen mächtiger,
unheimlich mächtiger Männer,
so gegenwartsmüde
und zukunftsängstig,
sich des keinesfalls
gegebenen Gelingens
ihres Wagnisses
zu vergewissern.

Da!
Es geht los.

Ha!
Es geht zurück.

Linksherum,
immer linksherum kreisen
der Minuten,
der Stunden Weiser,
immer linksherum
gegen den Sinn,
den Sinn,
während der 
Sekundenzeiger
wie ein Schlafender,
wie ein Erstarrter,
wie ein Toter
still ruht,
verharrt,
aber das Leben,
das liebe Leben hält 
nimmer nimmer inne!

Dann scheint es vollbracht.

Trotzdem vollbracht.

Faserflirrende,
schlierig driftende Simulationen 
des Gestern, Vorgestern, des
vergangenen Jahrhunderts
laufen ab,
stotternd oder
plötzlich springend,
dunkelfleckig
oder gleißend
überstrahlt:

Ein farb-
entsättigter Film,
den sich die Herren der Zeit,
nun künstlich verjüngt und kurzfristig 
Zufriedenheit ausstrahlend,
für einige Momente anschauen,
bevor sie schon wieder zur nächsten 
weltverändernden Tat 
schreiten.

Die häufig etwas 
über Subsistenzniveau,
teilweise sogar ganz ordentlich
bezahlten Akteure 
in dem Streifen aber 
wirken lustlos, 
scheinen ergraut, 
ständig leidend.

Sie spielen weiter,
weiter, weiter.

Weiter!

Wen kümmert´s?
Wen kümmert´s?

Wen kümmert
das alles –
eigentlich?


© 2026 by Arne-Wigand Baganz

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